Zwei Ritter im Kampf gegen einen Drachen. KI-generiert (GPT Image 2).
Alle starren auf Modell-Benchmarks und Tokenpreise. GPT, Claude, Gemini, Kimi, Qwen, GLM, Minimax – welches Modell bietet das beste Preis-Leistungsverhältnis? Doch eine neue Studie zeigt: Die eigentliche Kostenschraube sitzt woanders. Wer dasselbe Modell in einem anderen Harness laufen lässt, zahlt bis zu neunmal mehr – bei identischer Leistung. Ein Blick auf Zahlen, die das Silicon Valley gerade nervös machen.
Zwei Riesenroboter schleppen Kraftwerke, während ein Schwarm kleiner Roboter davonzieht. KI-generiert (GPT Image 2).
Es gehört zu den Ironien dieses KI-Sommers, dass ausgerechnet die beiden Männer, die man in Sachen Marktmacht am wenigsten verdächtigen würde, sich gerade zu den lautesten Fürsprechern offener KI-Modelle aufschwingen. Mark Zuckerberg, dessen Konzern seit zwei Jahrzehnten für so ziemlich jedes erdenkliche Monopolproblem im Netz steht, schreibt im Wall Street Journal ein Manifest gegen die Zentralisierung von Macht. Und Satya Nadella, CEO des Unternehmens, das einst „Embrace, Extend, Extinguish“ zur Konzernstrategie erhob, lässt Microsoft eine ganze Koalition anführen, die „Open Weights“ explizit zur Frage amerikanischer KI-Führerschaft erklärt.
Die US-Regierung wird immer lauter: Open-Source-KI müsse reguliert – sprich verboten – werden, um, so meine Interpretation, der heimischen KI-Industrie ein Monopol zuzuschanzen. Ausgerechnet das hat nun einen etwas überraschenden Open-Source-Befürworter auf den Plan gerufen: Jensen Huang, Gründer & CEO von Nvidia. In einem Manifest beschwört er am 24. Juli 2026 den seiner Ansicht nach großen und unverzichtbaren Nutzen von Open Source für KI, und zieht Parallelen zur großen Open-Source-Debatte seit den 1980ern (die mit dem Siegeszug von Linux längst entschieden ist). Huangs öffentliche und entschiedene Positionierung in Sachen Open-Source-KI kommt dennoch unerwartet, wenn man bedenkt, wer derzeit seine primären Käufer sind – vorwiegend Closed-Source-Konzerne aus USA, für die der rasante Aufstieg freier Modelle eine reale und sehr gefährliche Bedrohung ist. Nach China darf Nvidia nicht verkaufen, und das selbststrangulierte Europa hat gar nicht die Kapazität für den benötigten elektrischen Strom. Kann es sein, dass Huang etwas sieht, das der US-amerikanischen Regierung entgeht?
Es gibt Skandale, bei denen man kurz die Augenbraue hebt – und es gibt Skandale, bei denen einem der Kaffee im Hals stecken bleibt. Der aktuelle Fall rund um Grok Build, xAIs Kommandozeilen-Tool für agentisches Coding, gehört eindeutig in die zweite Kategorie. Die Sicherheitsforscher bei Cereblab haben sich die Mühe gemacht, den Netzwerkverkehr von Grok Build im Detail zu analysieren – mit einem simplen, sehr unschuldigen Test: Die CLI wurde angewiesen, ausschließlich mit „OK“ zu antworten, außerdem wurde es ihr explizit verboten, irgendwelche Dateien zu öffnen. Tja, und das Ergebnis dieses Tests hat das Zeug, das Vertrauen in sämtliche Coding Tools von LLM-Herstellern nachhaltig und komplett zu zerstören.
Vielleicht ist es Ihnen schon aufgefallen: Unten links finden Sie ab sofort einen Assistenten für unser Blog. Sie können ihn befragen, welche Beiträge es zu einem Thema gibt, Sie können Artikel aus dem Blog mit ihm diskutieren, und Sie können sich bei ihm auch zu allen sonstigen Themen betreffend Cephei erkundigen.
Der Assistent läuft auf unserer eigenen Hardware mit einem Open-Source-KI-Modell, das für unser Unternehmen und unser Blog mit spezialisiertem Kontext erweitert wurde. Ihre Prompts werden nicht gespeichert, nicht weitergegeben und nicht für Training verwendet. Der Zugriff auf unseren KI-Server ist intern streng reglementiert und nur autorisiertem Personal vorbehalten. Und die Einhaltung der Datenschutzbestimmungen auf diesem Server wird von einer deutschen Rechtsanwaltskanzlei überwacht.
Möchten Sie auch einen solchen Assistenten für Ihr Blog oder Ihre Unternehmenswebsite? Sprechen Sie uns gerne an! Das Beta-Programm ist offen.
Übrigens, wie wichtig es ist, sich Unabhängigkeit in Sachen KI zu erobern, können Sie an den immer härter werdenden Restriktionen ersehen. Nachdem die USA mit Exportkontrollen für deren KI (von Anthropic und OpenAI) vorgeprescht waren, zieht nun auch China nach und will seine KI reglementieren und für den eigenen Markt beschränken.
Europa wird von all dem der Hauptleidtragende sein, weil es technologisch in Sachen KI bereits weit abgehängt ist und der Rückstand in Hardware und Daten kaum noch aufzuholen ist. Da man aber in naher Zukunft in vielen Bereichen ohne KI nicht mehr wettbewerbsfähig sein wird, ist es unserer Ansicht nach dringend geboten, jetzt zu handeln und sich lokale Alternativen aufzubauen – solange das noch geht, und wer weiß, wie lange noch.
Der Davos Tech Summit 2026 stand unter dem Motto „Touching Intelligence“ — und meinte das wörtlich. Statt nur über KI zu reden, verwandelte sich die Stadt vier Tage lang in eine „Robot City“ mit über 55 Systemen zwischen Humanoiden, Vierbeinern und autonomen Fahrzeugen. Der chinesische Hersteller Pudu Robotics hat dabei etwas gemacht, das interessanter ist als jede Keynote: Er hat vier seiner Serviceroboter einfach in den echten Alltag gestellt. Ein CC1 Pro putzte den Boden im SPAR-Supermarkt, FlashBot Max und BellaBot Pro kümmerten sich im Hilton um Zimmerservice und Gästebetreuung, ein MT1 Max wischte den Bahnhofsvorplatz. Kein Demo-Bühnenbild, sondern Schichtbetrieb. Das Spannende daran ist aber nicht die Hardware.
Elon Musks Raketenkonzern kauft Cursor für 60 Milliarden Dollar – und viele fragen sich: warum? Wer die Antwort versteht, begreift auch, warum Grok trotz sehr guter Qualität bisher kaum eine Rolle spielt. Und warum sich das jetzt sehr schnell ändern kann. Es gibt dabei aber noch eine zweite Antwort – und die ist deutlich ungemütlicher für Musks Wettbewerber.
Es ist immer wieder überraschend, gleichartige Aufgaben kosten bei Anthropic das Drei- oder Vierfache als bei OpenAI, obwohl doch beide als SOTA-Anbieter Premium-Preise für die Input- und Output-Token in ähnlicher Region verlangen. Ich hab mir schon oft den Kopf darüber zerbrochen. Sogar Betrug habe ich schon vermutet, aber wenn man die Anzahl der verrechneten Tokens ansieht, wie man sie in den Rückgabe-Daten auswerten kann, dann scheint das schon seine Richtigkeit zu haben. Aber jetzt meine ich, einen wesentlichen Teil der Erklärung gefunden zu haben.
Letzten Dienstag kam Fable 5 von Anthropic heraus. Laut Anthropic ein für den allgemeinen Zugriff adaptiertes Mythos, das man sicher gestaltet habe. Mythos, Sie erinnern sich, ist das Modell, das angeblich so gefährlich sei, dass man es nur einem streng selektierten Nutzerkreis geben könne. Das „Vergnügen“ (dazu gleich mehr) währte jedoch nur bis Freitag, als Anthropic von der US-Regierung die Exportkontroll-Auflage erhielt, Fable 5 nur US-Bürgern zugänglich zu machen. Anthropic wiederum nahm daraufhin Fable 5 völlig und für alle aus dem Zugriff, weil man sich nicht in der Lage sah, die Nationalität der Nutzer zu bestimmen. US-Regierung und Anthropic versuchen nun, dem jeweils anderen den schwarzen Peter in die Schuhe zu schieben, und die Gerüchteküche läuft heiß. Hat die Entwicklung von KI nun einen kritischen Punkt erreicht, ist es inzwischen tatsächlich zu gefährlich, diese Modelle in den breiten Zugriff zu geben? Oder ist das Teil eines viel größeren Trends, nämlich dem, dass die Allgemeinheit von der technologischen Entwicklung abgekoppelt werden soll?
Stellen Sie sich vor, Sie haben einen neuen Mitarbeiter eingestellt. Er ist unglaublich schnell, schläft nie, erledigt Aufgaben, die früher Stunden gedauert haben, in Minuten – und er hat uneingeschränkten Zugriff auf jeden Ordner, jede Datei und jeden laufenden Prozess auf Ihrem Rechner. Klingt praktisch? Ist es auch. Bis er einen Fehler macht. Genau das ist die Situation bei den neuen allgemeinen KI-Agenten. Und die Frage, wie man sie sicher ausprobiert, ohne sein Arbeitsgerät aufs Spiel zu setzen, hat eine elegante Antwort – eine, die älter ist als der KI-Hype und trotzdem perfekt passt.
Im letzten Artikel habe ich (auch) darüber geschrieben, dass Ollama plant, die Kompatibilität zu llama.cpp zu verbessern. Das ist jetzt passiert — und wie. Mit v0.30 (aktuell schon bei v0.30.6) hat Ollama die Architektur grundlegend umgebaut: Statt auf GGML aufzusetzen, wird llama.cpp jetzt direkt unterstützt, GGUF-Kompatibilität inklusive. Für Apple Silicon gibt’s außerdem MLX-Beschleunigung, für NVIDIA-Hardware spürbar mehr Performance. Wer die Änderungen im Detail nachlesen will: Die Release Notes auf GitHub sind überschaubar, aber klar. Nun, das alleine wäre schon eine Meldung wert. Aber was mich wirklich umgehauen hat, kam beim Testen.
Nach dem initialen run (oder pull) liegt das Modell lokal auf der eigenen Platte und wird künftig direkt von dort geladen. Und Datenschutz und Privatsphäre sind automatisch dabei.
Wer Modelle parametrisieren möchte, kann sie auch per Modelfile importieren. Das hat Ollama hier erklärt. Aber wer das Modell direkt von Huggingface so nutzen will, wie es dort gespeichert ist, kann sich diesen deutlich aufwändigeren Weg sparen.
Auf Ollama zu warten, hat sich also sehr gelohnt. Das neue Interface ist meiner Meinung der direkteste und leichteste Weg, auf die Huggingface-Bibliothek zuzugreifen. Und die bewährte Ollama-Qualität mit Multitasking und ausgefuchster Speicherverwaltung gibt es natürlich dazu. Bravo, Ollama! Bravissimo!
Georgi Gerganov hat still und leise eine Website lanciert: llama.app. Das klingt unspektakulär, ist aber ein bemerkenswertes Signal – denn Gerganov ist der Mann, ohne den lokale KI so, wie wir sie heute kennen, schlicht nicht existieren würde. „Our goal is to make local AI accessible to everyone“, schreibt Gerganov auf seinem X-Account und reißt, wie er es verspricht, mit seiner neuen Website alle Eintrittsbarrieren nieder. Es gibt ja einige Akteure, die freie und lokale KI möglich machen, zum Beispiel Ollama. Aber oft ist es so, dass man hinter deren „Walled Garden“ eingesperrt ist, und so ist es auch bei Ollama. Braucht man es nun nicht mehr?
Pluralis Research baut ein öffentliches Pretraining-System. Damit lassen sich KI-Modelle verteilt auf vielen Rechnern trainieren. Pluralis will damit den unseligen Trend zur Konzentration auf immer größere Rechenzentren brechen, und das Training von KI-Modellen in den Public Domain bringen. Am 11. März sagte Sam Altman, CEO von OpenAI, beim BlackRock Infrastructure Summit „We see a future where intelligence is a utility, like electricity or water, and people buy it from us on a meter.“ Altman möchte also einen Zähler an Intelligenz machen — und sie dann verkaufen. Die Frage, wessen Intelligenz das eigentlich ist, stellt er sich dabei offenbar nicht. Die Konsequenzen sind längst spürbar: Künstler, Journalisten, Autoren, Open-Source-Entwickler — sie alle merken, dass ihre Arbeit in diese Modelle eingeflossen ist, ohne dass sie gefragt oder bezahlt wurden. Einige gehen daran pleite. Und nun soll man für das Ergebnis zahlen?
Das ist ja eines dieser Dinge, die einen zum Verzweifeln bringen können. Unternehmen wie Anthropic, OpenAI, DeepSeek, Z.AI, und so weiter, grasen das gesamte Internet ab und bringen das Wissen der Menschheit in ihre Modelle. Für lau versteht sich. Foren, Beiträge, Bücher, Videos, alles wird abgegriffen, und nichts wird für diese Intelligenzleistungen der Menschheit bezahlt. Und dann will man es den Menschen zurückverkaufen.
Pluralis Research will ein Gegengewicht schaffen. Wer Rechenkapazität übrig hat, kann sie dem Projekt zur Verfügung stellen, und dann wird der eigene Rechner als Trainingseinheit für ein KI-Modell genutzt. Man trainiert bereits das erste Modell, Pluralis-8B, ein 8-Milliarden-Parameter-Modell. Hardware-Einstieg ist bereits mit einer Consumer-GPU, 24 GB VRAM reicht schon.
Das zugrunde liegende Konzept heißt bei Pluralis „Protocol Learning“ — die Idee, Foundation-Modelle dezentral und kollektiv zu trainieren, ohne zentrale Kontrolle. Pluralis hat auch kürzlich eine Seed-Runde abgeschlossen, Lead-Investoren sind USV und CoinFund, sowie Variant, Topology und andere mehr – insgesamt 12 Investoren. Dabei konnten 7,6 Millionen US$ eingeworben werden.
Falls Sie nun beim Training mitmachen möchten: Zwar ist die Anforderung an die GPU moderat, die sonstigen Anforderungen sind jedoch sehr hoch. Standort Nordamerika, extrem schneller Internet-Anschluss mit superkurzem Ping — die Liste ist lang. Für die breite Öffentlichkeit ist das also noch nichts.
Dennoch, das kann ja durchaus noch werden, sprich, niedrigere Eintrittsbarrieren ermöglichen, wenn das Konzept aufgeht. Es erinnert mich an SETI@home von der UC Berkeley. Das Projekt lief von 1999 bis 2020, jeder konnte mitmachen, und bekam dann Datenpakete, in denen sein Rechner nach außerirdischen Signalen suchte. 12 Milliarden Signale wurden in diesem Ansatz mit Distributed Computing untersucht, und 100 Kandidaten wurden gefunden. Warum sollte das mit KI-Training nicht ebenfalls möglich sein? Ich finde es jedenfalls einen unerträglichen Gedanken, der Menschheit wird alles geklaut, und dann kommt es unter den exklusiven Zugriff einiger weniger – die daran nicht nur fürstlich verdienen wollen, sondern den Zugriff erfahrungsgemäß auch nach gusto einschränken werden.
Vor nicht allzu langer Zeit war Cursor so etwas wie die unbestrittene Referenz im Bereich KI-gestützter Entwicklungsumgebungen. Der KI-Editor hatte einen Vorsprung, den die Konkurrenz erst mal aufholen musste – aber das ist ihr in beeindruckendem Tempo gelungen. GitHub Copilot, Windsurf, Zed, Cline, Goose, Codex, Claude Code, opencode und eine wachsende Zahl weiterer Tools haben den Markt in kurzer Zeit massiv belebt. Der Druck auf Cursor ist real. Mit Composer 2.5 gibt Cursor jetzt eine klare Antwort – und sie hat zwei Dimensionen, die es wert sind, näher betrachtet zu werden.
Die Plattform Galaxy.ai hatten wir Ihnen bereits einmal vorgestellt, in unserem Artikel „KI-Generalisten statt zig Spezial-Abos“. Dort gibt es jetzt Neuigkeiten, man hat sich in Magica umbenannt. Und außerdem eine sensationelle neue Funktion implementiert, die diese Umbenennung voll und ganz rechtfertigt.