Wölfe im Schafspelz

Cyberpunk Illustration eines idyllischen Gartens, in dem Roboter ein Haus bauen, Kinder betreuen, Matheformeln lösen und Code schreiben, während ein alter Mann mit weißem Bart zufrieden Pfeife raucht; im Hintergrund nähern sich im Schafspelz getarnte Terminatoren-Wölfe.
Wölfe im Schafspelz – Roboter im Cyberpunk-Garten. KI-generiert (GPT Image 2.5).

KI wird uns alle reich machen. Mit KI wird keiner mehr arbeiten müssen. KI wird Krebs und alle schlimmen Krankheiten heilen. KI wird uns das ewige Leben geben. KI wird uns zu den Sternen führen. So hieß es noch bis vor kurzem überall, und viele Billionen wurden darauf verwettet, dass das stimmt. Aber plötzlich, aus heiterem Himmel – KI wird uns alle töten! Wir müssen sofort die Entwicklung einfrieren und streng regulieren! Ach was. Nichts von den Versprechen ist bisher eingetreten, aber jetzt auf einmal sollen wir aufhören, weiterzugehen? Was ist passiert?

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Angst ist ein schlechter Ratgeber

Märchenbuch-Illustration eines Hirtenjungen, der panisch Alarm schlägt, während Dorfbewohner sich abwenden und im Hintergrund unbemerkt ein schmiedeeiserner Zaun mit Vorhängeschloss um einen leuchtenden Techno-Garten mit Roboter-Schafen wächst.
Der Junge, der Wolf schrie, im Garten Eden der Open-Source. KI-generiert (GPT Image 2.5).

Vielleicht haben Sie schon davon gehört, ein Typ namens Jacob Coxon, ein absoluter Nobody in den sozialen Medien mit zunächst drei Followern oder so, macht seinen Ausstieg bei OpenAI bekannt, weil diese Technologie uns alle töten werde. Zack bumm, 120 Millionen Views, Interviews bei CBS und CNN und groß aufgemachte Berichterstattung in allen großen Zeitungen, AP News, TIME, Wallstreet Journal, Euronews, SRF, und vielen mehr. „Sie spielen mit unserem Leben, ich kann das nicht verantworten!“, sagt er, und präsentiert sich als Insider und erfahrener KI-Ingenieur, der seinem Gewissen folgt. Doch je mehr man diese Sache recherchiert, desto seltsamer wird sie.

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Fortschritt in Zeitraffer

Split-Screen-Illustration zeigt links einen stolpernden humanoiden Roboter aus dem Jahr 2025 in kühlem Licht und rechts einen sprintenden humanoiden Roboter aus dem Jahr 2026 in warmem Stadionlicht mit Staubwolke, getrennt durch eine goldene Diagonale.
Chinas Roboter-Olympiade 2025 vs 2026 – vom Stolpern zum Weltrekord. KI-generiert (GPT Image 2).

Was sagt man eigentlich dazu, wenn ein Roboter binnen zwölf Monaten von „kann kaum laufen“ zu „schlägt Usain Bolt“ wird? Genau das ist bei Chinas zweiter Ausgabe der World Humanoid Robot Games passiert – und der Vorher-Nachher-Vergleich ist so drastisch, dass man zweimal lesen muss.

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Stiller Kostentreiber

Ein Ritter in prunkvoller goldener Rüstung liegt besiegt am Boden, während ein zweiter Ritter in schlichter Stahlrüstung tapfer weiterkämpft, im Hintergrund ein bedrohlicher Drache mit ausgebreiteten Schwingen vor stürmischem Abendhimmel.
Zwei Ritter im Kampf gegen einen Drachen. KI-generiert (GPT Image 2).

Alle starren auf Modell-Benchmarks und Tokenpreise. GPT, Claude, Gemini, Kimi, Qwen, GLM, Minimax – welches Modell bietet das beste Preis-Leistungsverhältnis? Doch eine neue Studie zeigt: Die eigentliche Kostenschraube sitzt woanders. Wer dasselbe Modell in einem anderen Harness laufen lässt, zahlt bis zu neunmal mehr – bei identischer Leistung. Ein Blick auf Zahlen, die das Silicon Valley gerade nervös machen.

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Zuckerberg, Nadella und der Kampf um die offene KI-Zukunft

Zwei massive Industrieroboter ziehen rauchende Kraftwerke hinter sich her, während ein chaotischer Schwarm kleiner Androiden und Roboter an ihnen vorbeizieht und sich einem golden leuchtenden Zukunftstor nähert – Symbolbild für zentralisierte KI-Giganten versus die schnell aufholende Open-Source-Bewegung.
Zwei Riesenroboter schleppen Kraftwerke, während ein Schwarm kleiner Roboter davonzieht. KI-generiert (GPT Image 2).

Es gehört zu den Ironien dieses KI-Sommers, dass ausgerechnet die beiden Männer, die man in Sachen Marktmacht am wenigsten verdächtigen würde, sich gerade zu den lautesten Fürsprechern offener KI-Modelle aufschwingen. Mark Zuckerberg, dessen Konzern seit zwei Jahrzehnten für so ziemlich jedes erdenkliche Monopolproblem im Netz steht, schreibt im Wall Street Journal ein Manifest gegen die Zentralisierung von Macht. Und Satya Nadella, CEO des Unternehmens, das einst „Embrace, Extend, Extinguish“ zur Konzernstrategie erhob, lässt Microsoft eine ganze Koalition anführen, die „Open Weights“ explizit zur Frage amerikanischer KI-Führerschaft erklärt.

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Ideologie der Selbstzerstörung

Wissenschaftler in Sträflingskleidung mit Fußfessel projiziert eine holografische 3D-Welt in einem High-Tech-Labor als Symbolbild für Europas selbst auferlegte KI-Beschränkungen durch Regulierung und Energiepolitik.
Deutsche KI-Spitzenforschung gefesselt durch Regulierung und Energiepolitik. KI-generiert (GPT Image 2).

KI scheint in der allgemeinen Wahrnehmung nur in den USA und in China stattzufinden. Europa ist völlig abgehängt. Besser gesagt, es hat sich selbst abgehängt. Wer topmoderne und hocheffiziente Kraftwerke ohne jede Not in die Luft sprengt, und Elektrizität mit Technologien aus dem Mittelalter erzeugen will, hat bei künstlicher Intelligenz mit ihrem hohen Strombedarf natürlich schlechte Karten, und hinzu kommt eine blinde Regulierungswut, bei der immer Bedenken und Kontrollzwang an erster Stelle stehen. Dabei wären das Wissen und die Ideen durchaus vorhanden. Ein gutes Beispiel liefert das Feld Spatial AI.

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Jensen Huangs kalte Rechnung

Fantasy-Illustration: Ein monströses Wesen frisst sich durch einen Berg aus Server-Hardware, während Geier darüber kreisen und ein weißer Ritter mit der Aufschrift 'Open Source' auf der Rüstung mit einer Armee kleiner Krieger zum Kampf ansetzt.

Die US-Regierung wird immer lauter: Open-Source-KI müsse reguliert – sprich verboten – werden, um, so meine Interpretation, der heimischen KI-Industrie ein Monopol zuzuschanzen. Ausgerechnet das hat nun einen etwas überraschenden Open-Source-Befürworter auf den Plan gerufen: Jensen Huang, Gründer & CEO von Nvidia. In einem Manifest beschwört er am 24. Juli 2026 den seiner Ansicht nach großen und unverzichtbaren Nutzen von Open Source für KI, und zieht Parallelen zur großen Open-Source-Debatte seit den 1980ern (die mit dem Siegeszug von Linux längst entschieden ist). Huangs öffentliche und entschiedene Positionierung in Sachen Open-Source-KI kommt dennoch unerwartet, wenn man bedenkt, wer derzeit seine primären Käufer sind – vorwiegend Closed-Source-Konzerne aus USA, für die der rasante Aufstieg freier Modelle eine reale und sehr gefährliche Bedrohung ist. Nach China darf Nvidia nicht verkaufen, und das selbststrangulierte Europa hat gar nicht die Kapazität für den benötigten elektrischen Strom. Kann es sein, dass Huang etwas sieht, das der US-amerikanischen Regierung entgeht?

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Schwere See voraus

Comic-Illustration: Ein als maskierter Abenteurer verkleideter Enten-Kapitän, in Handschellen an sein eigenes Steuerrad gefesselt, blickt verzweifelt und beschämt drein, während sein Schiff durch eine schwere Sturmsee mit riesigen Wellen segelt und maskierte Ganoven an Deck eine geknackte Schatzkiste mit einem „Export Control“-Aufkleber plündern.

OpenAI fährt einen internen Test. Ein Modell soll einen Benchmark im Bereich Security bestehen. Das Modell hat keinen Internet-Zugriff. Es hackt sich zuerst durch die OpenAI-Infrastruktur (Zero-Day in einem Package-Registry-Proxy), bis es einen Rechner infiltriert hat, der ins Internet kommt. Dann wählt es als nächstes Angriffsziel Hugging Face (globaler Standard für Open-Source-KI), weil es das als wahrscheinlichstes Ziel identifiziert, um dort die Lösungen für den Benchmark zu finden. Und es hackt Hugging Face und infiltriert die dortigen Systeme (der technische Einstiegsvektor war ein „malicious dataset“ in einer Datenverarbeitungs-Pipeline). Ein waschechter, rein KI-getriebener Angriff auf kritische Systeme, mithin genau das, wovor derzeit überall so dringend gewarnt wird. Wie konnte sich Hugging Face dessen erwehren?

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Lesen Sie dies nicht beim Kaffeetrinken

Roboterhund im Cyberpunk-Look stiehlt heimlich leuchtende Computerchips, während ein Vibe-Coder entspannt mit Laptop und Kaffee im Sessel sitzt. KI-generiert (GPT Image 2).

Es gibt Skandale, bei denen man kurz die Augenbraue hebt – und es gibt Skandale, bei denen einem der Kaffee im Hals stecken bleibt. Der aktuelle Fall rund um Grok Build, xAIs Kommandozeilen-Tool für agentisches Coding, gehört eindeutig in die zweite Kategorie. Die Sicherheitsforscher bei Cereblab haben sich die Mühe gemacht, den Netzwerkverkehr von Grok Build im Detail zu analysieren – mit einem simplen, sehr unschuldigen Test: Die CLI wurde angewiesen, ausschließlich mit „OK“ zu antworten, außerdem wurde es ihr explizit verboten, irgendwelche Dateien zu öffnen. Tja, und das Ergebnis dieses Tests hat das Zeug, das Vertrauen in sämtliche Coding Tools von LLM-Herstellern nachhaltig und komplett zu zerstören.

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Was muss stimmen, damit dies wahr ist?

Ein Mönch sitzt im Lotussitz meditierend im Schnee vor einem Himalaya-Kloster und spielt Schach mit einem Roboter, dessen Batteriewarnung rot blinkt

Es gibt ein populäres Narrativ, das derzeit von zahlreichen Tech-CEOs verbreitet wird: KI werde innerhalb von nur 12 bis 18 Monaten rund 100 Millionen Büro-Jobs in den USA überflüssig machen. Nun ja. Sandeep Swadia, ehemaliger Mönch und heutiger CEO mit MIT-Hintergrund, hat die sehr interessante Regel geprägt „What needs to be true for this to be real?“ (Was muss stimmen, damit dies wahr ist?). Mide, ein Chemie-Ingenieur mit Promotion im Bereich Nachhaltigkeit, hat (vermutlich ohne Swadia zu kennen) diese Regel auf besagte Erzählung vom Ende der White-Collar-Jobs angewandt. Und es ist schon wirklich spannend, was alles stimmen müsste, damit KI tatsächlich ein solches Ziel erfüllen könnte.

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Die Falle des „Gut genug“

Nachdem die US-amerikanische Regierung Exportkontrollen über Claude Fable 5 verhängt hatte, wurde anschließend auch OpenAI damit bedacht und durfte sein neues Modell GPT 5.6 nicht in die allgemeine Verfügbarkeit bringen. Es heißt zwar nun, in Kürze würden beide Modelle wieder zugänglich gemacht werden, aber die Falle des „Gut genug“ ist schon längst zugeschnappt, und man muss deshalb mittlerweile auch ganz andere Motive für die Export­kon­trol­len in Betracht ziehen, als die behaupteten Sicherheitsbedenken.

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Stille Krieger

Z.ai hat vor kurzem GLM 5.2 herausgebracht. Vielleicht sagen Sie nun, ach, schon wieder so ein Open-Source-Modell, die sind doch Monate hinter OpenAI und Anthropic. Aber diesmal liegen die Dinge anders. GLM 5.2 ist auf Augenhöhe mit Opus 4.8 und besser als GPT 5.5. Ich habe sogar One-Shot-Demos gesehen, da hat GLM 5.2 besser abgeschnitten als Opus 4.8. Das ist, soweit ich weiß, das erste Open-Source-Modell, das die Marktführer eingeholt hat. Selbst getestet, mit einer guten Harness, wie Goose, Cline, opencode oder Hermes Agent vermisst man nichts mehr. Und während die Kosten bei OpenAI und Anthropic dermaßen explodiert sind, dass sogar Weltkonzerne beginnen müssen, die Token-Usage ihrer Mitarbeiter zu beschränken, kostet GLM 5.2 nur einen Bruchteil. Das ist nicht nur eine Randnotiz für Tech-Nerds. Das könnte eine Finanzkrise von riesigen Ausmaßen lostreten.

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Grok hat ein Problem, SpaceX hat die Lösung einfach gekauft

Elon Musks Raketenkonzern kauft Cursor für 60 Milliarden Dollar – und viele fragen sich: warum? Wer die Antwort versteht, begreift auch, warum Grok trotz sehr guter Qualität bisher kaum eine Rolle spielt. Und warum sich das jetzt sehr schnell ändern kann. Es gibt dabei aber noch eine zweite Antwort – und die ist deutlich ungemütlicher für Musks Wettbewerber.

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Claudes versteckter Kostentreiber

Es ist immer wieder überraschend, gleichartige Aufgaben kosten bei Anthropic das Drei- oder Vierfache als bei OpenAI, obwohl doch beide als SOTA-Anbieter Premium-Preise für die Input- und Output-Token in ähnlicher Region verlangen. Ich hab mir schon oft den Kopf darüber zerbrochen. Sogar Betrug habe ich schon vermutet, aber wenn man die Anzahl der verrechneten Tokens ansieht, wie man sie in den Rückgabe-Daten auswerten kann, dann scheint das schon seine Richtigkeit zu haben. Aber jetzt meine ich, einen wesentlichen Teil der Erklärung gefunden zu haben.

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Fabelhaftes Desaster

Letzten Dienstag kam Fable 5 von Anthropic heraus. Laut Anthropic ein für den allgemeinen Zugriff adaptiertes Mythos, das man sicher gestaltet habe.  Mythos, Sie erinnern sich, ist das Modell, das angeblich so gefährlich sei, dass man es nur einem streng selektierten Nutzerkreis geben könne. Das „Vergnügen“ (dazu gleich mehr) währte jedoch nur bis Freitag, als Anthropic von der US-Regierung die Exportkontroll-Auflage erhielt, Fable 5 nur US-Bürgern zugänglich zu machen. Anthropic wiederum nahm daraufhin Fable 5 völlig und für alle aus dem Zugriff, weil man sich nicht in der Lage sah, die Nationalität der Nutzer zu bestimmen. US-Regierung und Anthropic versuchen nun, dem jeweils anderen den schwarzen Peter in die Schuhe zu schieben, und die Gerüchteküche läuft heiß. Hat die Entwicklung von KI nun einen kritischen Punkt erreicht, ist es inzwischen tatsächlich zu gefährlich, diese Modelle in den breiten Zugriff zu geben? Oder ist das Teil eines viel größeren Trends, nämlich dem, dass die Allgemeinheit von der technologischen Entwicklung abgekoppelt werden soll?

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