Geniales Marketing oder perfider Trick?

Preisvergleich von KI-Anbietern. KI-generiert (Nano Banana 2 Pro).

Wer OpenClaw verwendet, wird schnell feststellen, dass der Token-Verbrauch enorm werden kann. „Erinnerungen auf Steroiden“ haben ihren Preis. Zwar sind die Kosten für Input-Token immer deutlich niedriger als die Kosten für Output-Token, aber wenn jedesmal ein riesiger Berg von Kontext mit dem Prompt mitgeschickt wird, summiert sich das sehr schnell. Hinzu kommt, dass die großen und bekannten Anbieter die Verwendung von Chat-Accounts für Agenten explizit verbieten. Deren Pauschalangebote gelten nur für die Interaktion per Browser. Gibt es Alternativen?

Interessanterweise sind es gerade chinesische Anbieter, die attraktive Angebote speziell für agentische KI entwickelt haben. Vor allem Moonshot (mit dem Abo-Plan für Kimi Code) und MiniMax bieten Pauschalverträge mit garantierten (und günstigen) monatlichen Kosten, und bewerben explizit den Einsatz von Agenten wie OpenClaw damit. Das ist sehr schlau, denn das ist die offene Flanke der großen Anbieter. Deren – Verzeihung – gierige Preisgestaltung öffnet Möglichkeiten für die Konkurrenz, die sich bisher in der Breite noch schwer tut.

Es gibt bei Moonshot und MiniMax Usage-Limits, aber sie sind sehr großzügig bemessen und werden regelmäßig zurückgesetzt. Man kann also bei diesen Anbietern eine OpenClaw-Instanz betreiben zu einem fixen monatlichen Preis von 20 US$ oder noch weniger. Sprich, mit einem bekannten und überschaubaren Kostenrisiko. Neulich las ich einen Tweet, jemand schrieb, er habe OpenClaw mit einem der großen KI-Platzhirsche eingesetzt, und nach nur einem Monat schon über 3.600 US$ Rechnung eingefahren. Aber kein Wunder. Was OpenAI und Anthropic bei der verbrauchsorientierten Abrechnung per API-Key verlangen, sprengt jeden Rahmen, wenn OpenClaw mit seinem riesigen Kontext verwendet wird.

Die Modelle von Moonshot (Kimi Code) und MiniMax sind sehr gut, für agentische Aufgaben optimiert und können durchaus mit den besten Modellen von OpenAI und Anthropic mithalten. Doch vielleicht hat günstig auch seine Schattenseiten: Agentische KI könnte sich als hervorragendes Einfallstor für Industriespionage erweisen.

Insofern wäre unser Rat, die enormen Möglichkeiten agentischer KI zwar nicht zu ignorieren, aber wenn Sie etwas Derartiges betreiben möchten, fahren Sie es auf einer dedizierten Maschine, der Sie nur Aufgaben geben, für die Privacy kein allzu hoher Faktor ist. Solche (virtuellen) Instanzen können Sie schon ab 5 Euro im Monat mieten bei vielen Betreibern wie z.B. Hetzner. Oder Sie schnappen sich einen alten Schluffi, der irgendwo bei Ihnen noch herumliegt, und geben ihm ein neues Leben. Denn die Leistung der Maschine, auf der der KI-Agent läuft, muss nicht sonderlich groß sein. Die eigentliche Arbeit erledigt ja eine KI anderswo.

Sehr interessant sind auch ein Mac mini oder Mac Studio. Durch das Unified Memory von Apple können Sie auf diesen Geräten Ollama lokal betreiben und sehr große Modelle ausführen, wenn Sie einen Mac mit viel Speicher wählen. Das ist dann zwar eine sehr viel höhere Anfangsinvestition, hat aber keine monatlichen Kosten. Und Ihre Privatsphäre und Datensicherheit ist mit dieser Variante auch bestens garantiert.

Skynet ohne Unterhose

Selbstvergessener Programmierer. KI-generiert (Nano Banana 2).

OpenClaw, vormals MoltBot, vormals ClawdBot (Anthropic erzwang eine Namensänderung, und dann gefiel die erste Änderung doch nicht und man nannte nochmals um) ist eine coole Sache. Haben Sie schon einmal die Erinnerungen für eine Chat-KI ausprobiert? Bei OpenAI gibt es das, andere haben das bestimmt ebenfalls. Auch Open WebUI bietet eine experimentelle Implementierung bereits an. Es ist jedenfalls verblüffend, wieviel besser die Antworten werden, wenn die KI mit Erinnerungen vergangener Gespräche arbeiten kann.

Und OpenClaw ist Erinnerungen auf Steroiden. Merkt sich wirklich alles, genial gemacht. Und das ergibt ganz erstaunlich gut passende Antworten. Außerdem hat OpenClaw die Möglichkeit, auf das gesamte System zuzugreifen, auch auf digitale Accounts des Nutzers in den sozialen Medien und noch viel mehr. Natürlich, das muss man erstmal alles freischalten, aber wenn man es tut, dann kann OpenClaw auf Twitter oder Telegram posten, Mails verschicken, sogar telefonieren, auch auf Ihre Bankverbindung und Kreditkarten zugreifen, und mehr.

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Der Sturm bricht los

Ein Dirigent und ein Orchester aus Code-Agenten. KI-generiert (Nano Banana Pro 2).

Vor nur sechs Monaten lebten wir in einer anderen Zeit. In der Welt der KI ist das eine Ewigkeit. Damals staunten wir über Chatbots, die leidlich gute E-Mails schreiben konnten und Code-Schnipsel erzeugten, die man „nur noch ein bisschen“ korrigieren musste. Heute? Heute wirken diese Tools wie Relikte aus der Steinzeit.

Wir stehen an einem Wendepunkt, der so steil ist, dass wir kaum noch den Gipfel sehen können.

Schauen wir uns an, was gerade passiert: Eine exponentielle Explosion der Fähigkeiten. Ein Blick auf aktuelle Entwicklungen, wie sie beispielsweise Cursor in ihrem Blog über „Scaling Agents“ beschreibt, öffnet einem die Augen. 1000 Agenten, 1 Million Zeilen Code, 1 Woche: Fertig ist ein voll funktionsfähiger Browser. Ein Browser! Eine der komplexesten Aufgaben überhaupt.

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Sicherer Passwort-Generator für alle Betriebssysteme

Ein Butler serviert Passwörter. KI-generiert (Nano Banana Pro).

Immer wieder braucht man Passwörter. Für eine Webseite, einen Dienst, was auch immer. Man sollte es ja tunlichst vermeiden, ein Passwort mehrfach zu benutzen. Wird ein Account gehackt bei einem Anbieter, sind gleich Dutzende andere weg, Sie kennen das.

Und als Entwickler benötigt man für seine Anwendungen außerdem API-Keys, für die es spezifischere Anforderungen gibt, weil sie sich für Weitergabe in einer URL und die Befehlszeile eignen müssen.

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Ihr Smartphone als digitale Festung

Smartphone entkommt in die Freiheit. KI-generiert (Nano Banana 2 Pro).

Hand aufs Herz: Unsere Smartphones wissen mehr über uns als unsere engsten Freunde. Im geschäftlichen Umfeld sind diese Daten nicht nur privat, sondern oft wettbewerbskritisch. Kontakte, E-Mails, Standortdaten, Planungsdaten – all das sind Informationen, die geschützt werden müssen.

Doch wie schützt man sich effektiv, wenn das Betriebssystem selbst (meist Android oder iOS) als Datenschleuder bekannt ist? Die Antwort klingt für viele zunächst paradox: Wir kaufen Google-Hardware, um Google-Software loszuwerden. Die Lösung heißt GrapheneOS.

Was ist GrapheneOS?

GrapheneOS ist ein Open-Source-Betriebssystem für Mobilgeräte, das auf AOSP (Android Open Source Project) basiert. Der Fokus liegt kompromisslos auf Privatsphäre und Sicherheit. Es wird oft von Journalisten, Sicherheitsexperten und Unternehmen genutzt, die absolute Kontrolle über ihre Daten benötigen. Edward Snowden hat es bereits vor Jahren empfohlen, und seitdem ist es nur besser geworden.

Die Ironie der Hardware: Warum ausgerechnet Pixel?

Es mag seltsam klingen, ein Gerät vom „Datenkraken“ Google zu kaufen, um Privatsphäre zu erlangen. Doch die Google Pixel-Telefone (ab Pixel 6 und neuer) bieten dank des Titan M2 Sicherheitschips und der Möglichkeit, eigene kryptografische Schlüssel für den Boot-Vorgang zu hinterlegen (Verified Boot), die sicherste Hardware-Plattform für Android. GrapheneOS nutzt diese Hardware-Sicherheitsfeatures voll aus, entfernt aber sämtliche Google-Dienste und Tracking-Mechanismen aus dem System.

Die Killer-Features für Unternehmen

Warum schauen wir uns das für den Unternehmenseinsatz an? Hier sind die drei schlagenden Argumente:

  1. Sandboxed Google Play:
    Das ist der „Gamechanger“. Auf einem normalen Android-Handy laufen die Google Play Dienste mit vollen Systemrechten im Hintergrund und können fast alles sehen. GrapheneOS erlaubt es, diese Dienste wie eine ganz normale App in einer „Sandbox“ zu installieren. Das bedeutet: Sie können Apps nutzen, die Google-Dienste benötigen (wie Push-Nachrichten oder Karten), aber Google hat keinen Zugriff auf Ihr Gerät, Ihre IMEI oder Ihre anderen Daten. Sie geben Google nur den kleinen Finger, nicht die ganze Hand.
  2. Storage Scopes & Berechtigungen:
    GrapheneOS erlaubt eine extrem feingranulare Rechteverwaltung. Sie wollen einer App Zugriff auf Bilder geben, aber nicht auf alle Ihre Fotos? Mit „Storage Scopes“ erstellen Sie einen leeren Ordner oder geben nur einzelne Dateien frei, während die App glaubt, sie hätte vollen Zugriff. Auch der Netzwerkzugriff (Internet) kann jeder App einzeln entzogen werden.
  3. Härtung des Systems (Hardening):
    Unter der Haube hat GrapheneOS massive Verbesserungen am Speichermanagement (malloc) und am Kernel vorgenommen. Das macht es für Angreifer extrem schwer, Sicherheitslücken auszunutzen (Exploit Mitigation). Selbst wenn eine App bösartig wäre, bricht sie kaum aus ihrem Käfig aus.

Ist das alltagstauglich?

Früher waren solche Systeme nur etwas für Bastler. Heute ist die Installation über einen Web-Installer in 15 Minuten erledigt. Die allermeisten Banking-Apps, Signal, WhatsApp und Business-Tools funktionieren dank der Sandboxed Play Services einwandfrei. Die Kamera-Qualität auf den Pixels bleibt hervorragend, da GrapheneOS eine eigene, sehr gute Kamera-App mitbringt oder die Google Camera in der Sandbox nutzen kann.

Fazit

Für uns als Unternehmen ist Datensicherheit keine Option, sondern Pflicht. GrapheneOS bietet derzeit die beste Balance aus maximaler Sicherheit („Security Hardening“) und moderner Usability. Es verwandelt das Smartphone wieder in das, was es sein sollte: Ein Werkzeug, das uns dient – und nicht uns überwacht.

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Die Ära der KI-Browser

Perplexity und OpenAI haben basierend auf der freien Google-Engine Chromium zwei neue KI-Browser veröffentlicht. Das sind also sozusagen modifizierte Google Chrome Browser. Es gibt mittlerweile nur noch 3 Engines mit nennenswertem Marktanteil, Chromium, Gecko (Firefox), WebKit (Safari).

Diese KI-Browser Comet (Perplexity) und Atlas (OpenAI) werden als Angriff auf das Monopol von Google gehandelt. Lustig irgendwie, da doch Google denen jederzeit den „Saft abdrehen“ kann. Ich meine, es ist durchaus verständlich, dass man keinen neuen Browser schreibt, das würde wohl Jahre dauern und der Markterfolg wäre sehr ungewiss. Aber zu glauben, dass man mit einer Engine von Google deren Marktmacht angreifen könnte, finde ich ein wenig … verwegen.

Mal abgesehen davon, dass Google einen solchen KI-erweiterten Browser ja jederzeit selbst entwicklen kann. Mit Gemini haben sie auch eine eigene KI am Start, hängt zwar derzeit etwas zurück, ist aber dennoch eine sehr gute KI.

Warum lässt Google sich das gefallen? Werden sie zurückschlagen, und falls ja, wann? Ich glaube, Google ist einfach nur vorsichtiger und sich der Gefahren mehr bewusst. KI-Browser sind eigentlich agentische Anwendungen. Man soll dem KI-Browser geradezu unverschämt viel Rechte und Zugriff einräumen, und dann kann er ganz alleine ein Hotel buchen. So was. Die Leute hinter Brave (ein ebenfalls Chromium-basierter Browser mit Fokus auf Privatsphäre und Datensicherheit) haben jedoch aufgedeckt, dass agentische KI-Browser einer großen Gefahr unterliegen, für die es bisher keine Abwehr gibt: Prompt-Injection. Das bedeutet, eine böswillige Seite bringt in ihrem Code versteckte / unsichtbare Anweisungen unter, die gezielt eine KI angreifen sollen. Die dann irgendwas macht, aber nicht das, was der Anwender möchte.

Wir finden, KI-Browser sind eine sehr spannende Entwicklung, aber aktuell sollte man sie nicht für produktive Aufgaben einsetzen. Die ersten Praxistests sind im Übrigen ernüchternd: Die Erledigung einer Aufgabe dauerte mit KI-Browser länger, als die Benutzung der Funktionaliät einer Seite direkt.

Touchscreens im Auto als Unfallrisiko

https://www.golem.de/news/unfallrisiko-touchscreens-im-auto-gefaehrlicher-als-alkohol-2509-200318.html

Touchscreens sind längst Standard in modernen Autos geworden, doch es gibt zunehmend Belege dafür, dass diese digitalen Bedienelemente gefährliche Fahrsituationen schaffen können. Sicherheitsorganisationen führen nun neue Richtlinien ein, die das Fahrzeugdesign grundlegend verändern könnten, wie The Economist berichtet.

Mich wundert schon lange, dass die Nutzung von Handys so streng sanktioniert wird, aber die Bedienelemente im Auto immer mehr visuelle Aufmerksamkeit erfordern. Das „alte“ Verfahren, bei dem man nach einer Eingewöhnungszeit blind alle Bedienelemente finden und benutzen konnte, ohne die Augen von der Straße zu nehmen, hatte durchaus seine Vorteile.

Quod licet Iovi, non licet bovi

https://www.golem.de/news/eu-kommission-von-der-leyen-laesst-textnachrichten-automatisch-loeschen-2509-199715.html

Die EU-Kommission verzichtet bewusst auf die Archivierung wichtiger Kommunikationsinhalte auf ihrer Führungsebene. Einem Bericht des Portals Follow the Money zufolge ist es aus diesem Grund nicht möglich, per Informationsfreiheitsanfrage an Textnachrichten an und von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen zu gelangen.

Während der Bürger nach den Vorstellungen der Europäischen Union bald KI-gestützte Live-Durchsuchungen seiner privaten Kommunikation in Chat-Anwendungen wie Whatsapp erdulden soll, scheuen die Führer das Licht der Öffentlichkeit wie der Teufel das Weihwasser. Hmmm. Wie war das gleich nochmal mit diesem „Wer nichts zu verbergen hat“?

Spät dran kann von Vorteil sein

https://docs.x.ai/docs/overview

We’re thrilled to introduce grok-code-fast-1, a speedy and economical reasoning model that excels at agentic coding.

Viele Entwickler schwören auf Claude AI von Anthropic, da es für Coding-Aufgaben optimiert ist. Anthropic hat sich bereits vor einiger Zeit auf die Zielgruppe der SW-Entwickler fokussiert, weil dort derzeit der höchste Nutzen von KI erzielt werden kann.

Auch xAI scheint dies nun erkannt zu haben und stellt mit Grok Code Fast 1 ein Modell vor, das speziell für Softwareentwicklung optimiert ist. Mit einer Verarbeitungsgeschwindigkeit von bis zu 92 Token pro Sekunde ist es eines der schnellsten Modelle für interaktive Anwendungen in Entwicklungsumgebungen (IDEs). Es eignet sich besonders für Echtzeit-Anwendungen wie in-editor Code-Vervollständigungen. Das Modell unterstützt einen Kontext von 256.000 Token, was es ermöglicht, große Codebasen, lange Verläufe oder mehrdateilige Projekte in einer Sitzung zu verarbeiten.

xAI gibt außerdem an, das neue Modell sei besonders für agentische Aufgaben optimiert. Na, dann sind wir mal gespannt, ob xAI aus den erheblichen Schwierigkeiten (Datenverlust, Sicherheitsprobleme) von Anthropic mit solchen Agenten etwas gelernt hat.

Praktisch und gefährlich

https://www.heise.de/news/Neue-Tricks-mit-QR-Codes-10559942.html

Neue Tricksereien mit QR-Codes melden Sicherheitsforscher von Barracuda. Die Angriffe kommen per E-Mail und umgehen viele der in großen Unternehmen üblichen Sicherheitsscans. Liest der Endnutzer seine E-Mails dann auch noch mit aktivierter HTML-Darstellung, wird er leicht zum Opfer.

QR-Codes sind außerhalb geschlossener Systeme stets mit Vorsicht zu genießen; man sollte ihnen gegenüber grundsätzlich skeptisch bleiben und – insbesondere bei sensiblen Inhalten – in E-Mails niemals öffnen. Man sollte auch das automatische Öffnen von Links in QR-Codes abschalten und eine URL darin immer zuerst genau prüfen. Generell gilt, den Link in einem QR-Code nur zu öffnen, wenn man die Quelle des Codes zweifelsfrei identifizieren kann und ihr vertraut.

Angst vor der eigenen Courage?

https://www.youtube.com/watch?v=vV7YgnPUxcU

The billionaire Peter Thiel is unimpressed with our pace of innovation. In this episode, he critiques artificial intelligence, longevity science and space travel — and warns that our lack of progress could lead to catastrophic outcomes, including the emergence of the Antichrist.

In diesem sehr interessanten Interview der New York Times mit Peter Thiel erfährt man viel von den Ideen und Sorgen, die Peter Thiel antreiben. Bemerkenswert fand ich, dass seine größte Angst einem One-World-Government gilt, das würde notwendig in einen autoritären Polizeistaat kippen, meint er. Lustig, es sind doch gerade die Tools seines Unternehmens Palantir, die mehr als so ziemlich alles andere das Potential für eine solche globale Tyrannei mit sich bringen.

Pezi als Sündenbock

https://norberthaering.de/news/drv-pauschalierung/

Die Deutsche Rentenversicherung sah sich außerstande, einen erhöhten Pflegeversicherungssatz einzuprogrammieren. Die Regierung nutzt das, um den Rentnern etwas mehr abzuknöpfen als vorgesehen. Auch in Sachen Cybersicherheit ist der Staat hochgradig minderbemittelt unterwegs. Trotzdem will er seine Bürger zwingen, in allen Lebensbereichen ins Netz zu gehen.

Es kann einen schon gruseln, immer mehr Bürokratie und Vorschriften werden über jeden Lebensbereich gekippt, niemand blickt mehr durch, also soll jetzt alles digital werden. Weil ja alles so komplex geworden sei, dass nur noch mit Computer … Nun, wenn man ein Problem nicht versteht, dann hilft auch ein Computer nichts. Aber man kann dann zumindest sagen, dass der Computer schuld ist.

Ray-Ban Meta: Der überraschende Erfolg der smarten Brille

https://www.welt.de/wirtschaft/article6888c1d3fb78b37c64a191d3/Ray-Ban-Meta-im-Test-Das-kann-die-erfolgreiche-KI-Brille-wirklich.html

Meta hat mit der Ray-Ban Meta die weltweit erfolgreichste smarte Brille ihrer Art geschaffen – über zwei Millionen Exemplare wurden bereits verkauft. Der Erfolg liegt auch im durchdachten Design begründet: Die Brille stammt optisch von der ikonischen Marke Ray-Ban und sieht aus wie eine gewöhnliche Sonnenbrille, wenn auch etwas voluminöser, um Platz für die integrierte Technik mit fünf Mikrofonen, zwei Open-Ear-Lautsprechern in den Brillenbügeln und einer Kamera in der oberen linken Ecke zu schaffen.

Die Ray-Ban Meta Brille ist schon länger auf dem Markt und hat sich auch bisher schon recht gut verkauft. Im April diesen Jahres schaltete Meta jedoch die KI-Anbindung der Brille frei, und vor kurzem wurden die ersten Geschäftsberichte nach diesem Update veröffentlicht. Die Verkaufszahlen der Brille sind regelrecht durch die Decke gegangen, und der Kurs von Meta sprang an einem Tag um 30 Prozent nach oben (was jedoch außerdem an der Präsentation von auch sonst guten Quartalszahlen lag).

Mittlerweile ist die Brille das meistverkaufte Modell des Meta-Vertriebspartners EssilorLuxottica, damit hatte niemand gerechnet. Mit dem KI-Update kann man nun direkt Informationen via Meta Llama einholen, und damit hat Meta offenbar einen Nerv getroffen.

Der Meta AI-Assistent kann Fragen zur Umgebung beantworten, Rezepte vorschlagen oder sogar Speisekarten im Ausland übersetzen. Die Live-Übersetzung zwischen Englisch, Spanisch, Französisch und Italienisch funktioniert in Echtzeit – allerdings ist die deutsche Sprachunterstützung noch ausbaufähig.

Auch den Datenschutz hat Meta adressiert, ein LED-Signal zeigt an, wenn die Kamera aktiv ist. Was der Träger einer solchen Brille allerdings über ein Gegenüber erfahren könnte, davon bekommt man trotzdem nichts mit, und erst recht weiß niemand, wie zutreffend diese Informationen sind.

Die Möglichkeiten dieser Brille sind einerseits faszinierend für eine Vielzahl von Anwendungsfällen, lassen einen aber andererseits auch leicht gruseln bei der Vorstellung, gezielte Fehlinformationen würden in Umlauf gebracht, um verborgene Agenden zu unterstützen.

Quis custodiet ipsos custodes?

https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/geopolitik/palantir-in-deutschland-kontroverse-um-den-einsatz-der-us-ueberwachungssoftware-li.2345529

Die Sicherheitssoftware des US-Unternehmens Palantir ist hierzulande stark umstritten – dennoch prüft Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) laut Medienberichten ihren bundesweiten Einsatz.

Die US-Software Palantir sorgt in Deutschland für Diskussionen. Ursprünglich vom US-Militär und Geheimdiensten zur Terrorbekämpfung nach 9/11 eingesetzt, wird sie inzwischen auch von Polizeibehörden in Hessen, NRW und Bayern genutzt. Ihr Name stammt aus Tolkiens Herr der Ringe – die „Palantíri“ sind sehende Steine, mit denen man weit entfernte Ereignisse beobachten kann – ein bewusst gewähltes Bild für umfassende Überwachung.

Bundesinnenminister Dobrindt prüft laut einem aktuellen Bericht der Berliner Zeitung nun auch einen Einsatz auf Bundesebene, obwohl datenschutzrechtliche Bedenken bestehen. Die Software verknüpft große Datenmengen (z. B. aus Funkzellen, Überwachungen, Personendaten) automatisiert miteinander und erstellt Beziehungsnetzwerke – auch zwischen Unverdächtigen. Das birgt erhebliche Risiken für die informationelle Selbstbestimmung.

Kritiker warnen vor einem System, das kaum demokratisch kontrollierbar ist, da der Quellcode nicht offengelegt wird und die Technologie aus einem Drittstaat stammt. Eine solche Software zentral für Sicherheitsbehörden einzusetzen, sei laut Datenschützern ein gefährlicher Präzedenzfall.

Quis custodiet ipsos custodes – Wer überwacht die Wächter?

Homo homini lupus est

https://www.golem.de/news/manipulation-ki-befehle-in-wissenschaftlichen-studien-entdeckt-2507-197777.html

Wie Nikkei Asia berichtet, wurden in Vorveröffentlichungen von mindestens 14 Universitäten, darunter die Universitäten von Peking, Singapur, Washington und die Columbia University in New York City, Aufforderungen eingebaut, die sich an künstliche Intelligenz richten. Geschrieben sind diese Prompts entweder mit weißem Text auf weißem Hintergrund oder in unlesbar kleiner Schriftgröße.

Es wird ja überall die Angst geschürt, was KI mit Menschen machen könnte. Aber in obigem Beispiel ist es nicht die KI, die betrügt. Denn nach wie vor gilt, wie schon zu den Zeiten Roms, der Mensch ist dem Menschen ein Wolf. Man sollte sich also, meine ich, weniger davor fürchten, was KI von sich aus wollen würde, sondern viel mehr vor dem, was Menschen ihr beibringen könnten.