Schutzengel für Chatbots

Wenn man mit Kunden spricht, merkt man oft, die größte Angst beim Einsatz von KI im Nutzerkontakt sind bösartige Prompts, die die KI dazu verleiten könnten, entweder Internas preiszugeben, oder Unsinn zu erzählen, für den das Unternehmen in Haftung genommen werden könnte. Auch die großen Chatbot-Anbieter selbst, wie Anthropic oder OpenAI, haben damit zu kämpfen, und müssen sich bereits Klagen wegen fragwürdiger Aussagen ihrer KI stellen. Eine neue Technologie nimmt sich jetzt der Problematik an.

Es geht dabei um sogenannte Safeguard-Modelle. Uns sind bisher zwei solche Modelle bekannt, GPT-OSS-Safeguard und Llama Prompt Guard 2. Safeguard-Modelle sind speziell auf das Erkennen von Prompts trainiert, die die Sicherheit von KI-Modellen aushebeln sollen, und außerdem für genau diese Aufgabe hochoptimiert, damit die Prüfung sehr schnell geht.

Das Problem, das diese Modelle adressieren, heißt Prompt Injection. Die OWASP – die weltweit anerkannte Non-Profit-Organisation für Applikations­sicherheit – führt Prompt Injection seit 2025 als Nummer-eins-Risiko für KI-Anwendungen. Dahinter steckt ein simples Prinzip mit großer Wirkung: Ein Nutzer formuliert seine Eingabe so, dass der Chatbot seinen ursprünglichen Auftrag vergisst und stattdessen macht, was der Angreifer will. Das könnte harmlos klingen – ist es aber nicht. Direkte Injections kommen über die Benutzeroberfläche, indirekte schmuggeln sich über externe Datenquellen ein. In Agentenszenarien, wo KI-Systeme miteinander kommunizieren, kann sich ein einziger kompromittierter Prompt wie ein Virus durch die gesamte Kette fressen.

Auch wir bei Cephei setzen deshalb die Safeguard-Technologie ein. Wir können die Sorgen der Kunden sehr gut nachvollziehen, wir haben sie nämlich selbst. Und deshalb ist unser eigener Chat Prompt ebenfalls mit einem Safeguard geschützt.

Safeguard-Modelle sind extrem schnell. Sie haben sehr kurze Time-To-First-Token und eine hohe Arbeitsgeschwindigkeit (mehrere hundert Token pro Sekunde, je nach Modell und Hardware). Sie sind nur mit spezialisierten Aufrufen verwendbar, die der eigentlichen Anfrage an den Chatbot vorgeschaltet werden. Normal „reden“ kann man mit einem solchen Safeguard-Modell nicht. Das liefert nur eine kurze Begründung und 0 oder 1 in einem Datenfeld des Rückgabe-JSONs. Hier ist ein Leitfaden, wie man das OpenAI-Safeguard-Modell einsetzt.

Falls Sie die Modelle nicht auf eigener Hardware betreiben können oder wollen – die Anforderungen sind moderat, aber vorhanden –, empfehlen wir Ihnen einen Blick auf Groq.com. Groq, nicht zu verwechseln mit Grok von X (Elon Musk), hat sich auf superschnelle und günstige Inferenz für Open-Source-Modelle fokussiert und bietet bereits die neuen Safeguard-Modelle an.

Wie bei jeder Sicherheitstechnologie gilt aber auch hier: Ein einzelnes Werkzeug ersetzt kein durchdachtes Gesamtkonzept. Wenn Sie wissen möchten, wie das in Ihrer Umgebung aussehen könnte – wir sprechen gerne mit Ihnen darüber.

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